Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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Haben wir keine Lebendigen mehr zu plündern, ruft ein Dritter,daß wir ſogar die Todten ſchon be⸗ ſtehlen müſſen?

Das Ergötzlichſte wiſſen Sie alſo noch gar nicht, lacht eine der Damen, nicht mehr die jüngſte, aber eine junoniſche Geſtalt mit dunklen feurigen Augen, die aus dem hohen und weiten Seidenhut herausfordernd umherſchauen, in koſtbarem Sammtkleide, mit einem braunen Muff in der Hand.

Das Ergötzlichſte, Mademoiſelle Athenais? Eine Couliſſengeſchichte?

Zu uns armen Verlaſſenen der Oper kommt ja immer nur der ſchwächſte Nachhall. Der Kaiſer liebt die Muſik nicht.

Wie ſollte er auch, ein Mann, der jahraus jahr⸗ ein nur Pfeifen und Trommeln hört! Das waren an⸗ dere Zeiten, als die gute Marie Antoinette die Opern des göttlichen Gluck aufführen ließ. O Iphigenie!

Der Mann iſt über das ſechzigſte Jahr längſt hinaus, ſeine Runzeln und weißen Haare bekunden es ſchon, aber er iſt ein Geck geblieben wie in ſeiner Ju⸗ gend; er verzieht das Geſicht und verſucht mit verlieb⸗ ten Augen und zitternden Lippen eine Arie aus der tauriſchen Iphigenie zu beginnen.

Bei der Kälte! unterbricht ihn Athenais.Sie