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und träumeriſch darüber hin, allmälig geſtaltete ſich das Spiel voller, inniger, harmoniſcher. Es war eine jener lieblichen Sonaten Haydn's, die ſie und Egbert mehr liebten als die neumodiſche, tiefſinnige Muſik Beethoven's. Ein Glanz lag darauf wie Frühlings⸗ ſonnenſchein, ein Duft hauchte aus dieſen Tönen wie von Wald und Wieſe. Einfache und doch herzbeſtrickende Weiſen, wie aus dem Garten Eden herüberklingend, den noch kein Sündenfall entweiht.
Egbert ſteht hinter Magdalenens Stuhl und ſchaut 3 ihr über die Schulter. Wie oft hat er ſo geſtanden und ihr das Notenblatt umgewendet! Heute bedarf ſie ſeiner Hülfe nicht, ſie ſpielt das Muſikſtück ohne Noten. Er ſieht nur dem anmuthigen Spiel ihrer zierlichen roſigen Finger auf den Taſten zu. Wohin ziehen die Töne, wohin ſeine Gedanken? Für Magdalene ſpricht ſich in dieſen Klängen das ſüße Geheimniß ihrer eige⸗ nen Bruſt aus; nicht laut und heftig in überwallen⸗ der Leidenſchaft, ſondern zart und duftig, wie der Wohlgeruch des Veilchens, das tief verborgen im Graſe blüht. Verſteht er dieſe Sprache, rührt ſie ihn? Mögen die Melodien ihn begleiten und zuweilen in der Ferne 4 mahnend und tröſtend ſein Ohr umſchmeicheln— eine unſichtbare Muſik guter Genien.
Die Sonate iſt geendigt; ganz leiſe beben die


