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ſchneller über die Augen ſenken, als die Liebe ſie er⸗ hoben hatte.
„Iſt es den Männern denn ſo ſchwer“, ſagte ſie darauf— ſie fürchtete ſich vor ihrem eigenen Schwei⸗ gen—„an die Treue der Frauen zu glauben? Und doch iſt ſie unſer ſchönſter Schmuck und unſere beſte Waffe im Kampf des Lebens.“
„Ja, für die edelſten! Wie wenige jedoch ver⸗ mögen die Leidenſchaft zu überwinden und dem Leicht⸗ ſinn zu widerſtehen.“
„Wollten uns die Männer doch nur mit gutem Beiſpiel vorangehen! Die arme Genoveva wird in den Wald zum Tode hinausgeſchickt, davon aber, ob der Herr Pfalzgraf im Lager und im Krieg ihr die Treue bewahrt hat, iſt keine Rede.“
Sie hatte gehofft, das Geſpräch in ſeiner heitern Stimmung zu erhalten; zu ſpät erkannte ſie, wie ver⸗ fänglich in ihrer Lage eine Anſpielung auf die alte romantiſche Geſchichte geweſen.
Ging Egbert nicht in die Ferne, in die verfüh⸗ reriſche Stadt der Sirenen? Blieb ſie nicht mit dem Freunde allein zurück? Ach, ihres Herzens, ihrer Treue war ſie ſchon ſicher und fühlte ſich gegen jede Anfech⸗ tung gefeit. Aber würde er ihr ſeine Liebe unverletzt und unverkürzt zurückbringen? Seine Liebe? Ja, wußte


