Teil eines Werkes 
2. Bd. (1873)
Entstehung
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Abende, die ſie bei einem anregenden Buche, in gegen⸗ ſeitig anziehenden Geſprächen zugebracht.

Bis vor kurzem hatte Egbert ſeine Bekümmer⸗ niſſe und Hoffnungen, ſeine Träume und Pläne, die

Schmerzen wie die Wonnen ſeiner Seele mit der Ju⸗

gendfreundin getheilt. Sie erſchien ihm als das ein⸗ zige Weſen, dem er ſich ganz und rückhaltlos anver⸗ trauen könnte. In ihrem ruhigen klugen Auftreten fand er für die auf⸗ und niederwogende Flut ſeiner Gefühle eine feſte Klippe, an der ſie verrauſchte. Mit feinem Verſtändniß folgte ſie den Gedanken, die ihm zu allen Höhen hinan und in alle Tiefen abwärts ſchwärmten, und beſänftigte ſie zugleich in ihrer hei⸗ tern Milde. Seit ſeiner Rückkehr hatte ſich eine Trü⸗ bung, eine Verdunkelung dieſes bisher ſo ſchönen und lichten Verhältniſſes eingeſtellt. Egbert begegnete der Freundin mit größerer Rückſicht, aber auch mit grö⸗ ßerer Kühle. Zuweilen, auf der Stiege, im Garten,

wich er ihr aus, als hätte er den Minervenblick ihrer

graublauen Augen in ſein Inneres gefürchtet. Gab es ein Etwas darin, das er vor ihr verborgen hielt, verbergen mußte?

All dies, die Kränkung und die Sorge, mochte in dem Ausruf Magdalenens ausklingen und berührte empfindlich das feinhörige Ohr des alten Dieners.