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men und nach Herzensluſt abküſſen, wenn man jung, reich und geſund iſt, lautete ſein Grundſatz. Und in
dieſer Kunſt des Lebens hatte Egbert auf ſeiner Reiſe
nicht geringe Fortſchritte gemacht.
Seine Befangenheit war einer ruhigen Sicherheit gewichen, bei der Anrede oder Frage eines Fremden erſchrak er nicht mehr. Vordem hatte er die Gewohn⸗ heit gehabt, läſtige Geſchäfte von ſich abzulehnen oder doch in die Zukunft hinauszuſchieben, jetzt ſtürzte er ſich ihnen mit einem gewiſſen kriegeriſchen Muthe ent⸗ gegen, als gälte es, im Kampf mit den kleinen Lei⸗ den des Daſeins ſeine Kraft für ernſtere Schlachten zu ſtählen. Geſellſchaften, die er ſonſt gemieden, ſuchte er auf. Lebendiger und theilnehmender wendete er ſich den öffentlichen Dingen zu.
Dem alten Joſeph konnte nichts gelegener kommen als dieſe Wandlung ſeines jungen Herrn. Er ſegnete den Grafen und die Reiſe, die ſie herbeigeführt hatten. Aber als er jetzt den Stoßſeufzer Magdalenens hörte, die ihm nicht weniger als Egbert ans Herz gewachſen war, fiel ihm ein, daß ſie vielleicht gar keine Veranlaſſung hätte, ſich dieſer Wandlung zu freuen. Für ſie war Egbert's Einkehr in das bewegte Leben nur eine Ver⸗ kürzung ihrer ſtillen und harmloſen Vergnügungen ge⸗ weſen. Dahin waren die fröhlichen Muſikſtunden, die


