Teil eines Werkes 
1. Bd. (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

215

Hierher! ruft er, um ihr ſo den Weg zu zeigen, den ſie zu ihrer Rettung einzuſchlagen hat.Hierher!

Draußen tobt der Lärm und die Verfolgung wei⸗ ter wie er ſich überredet, abſeits in den Wald hinein.

Die braune Chriſtel hat ſeine vorgeſtreckte Hand ergriffen.

Beſter, gnädiger Herr, ſtammelte ſie.

Von dem wilden Laufe und dem Sprunge von der Mauer zittert ſie noch und holt tief Athem.

Hier ſoll Dir Niemand ein Leids anthun, be⸗ ruhigt er ſie und führt ſie nach der Bank. Setz' Dich nieder.

So dicht bei einander, bei dem erſten Schimmer des aufgehenden Mondes erkennen ſich beide. Auf dem Kirchhof hat Egbert ſie nicht bemerkt aber die Er⸗ innerung wird in ihm lebendig, wie er ſie an der Spitze der Knechte geſehen, die von der Rabenmühle mit der Bahre daherkamen. Ein ſeltſames, verwil⸗ dertes Geſchöpf; damals, vor dem Anblicke des bluten⸗ den Bourdon war ſie entflohen. Hatten die Bauern nicht eben gerufen, daß ſie mehr von dem Morde wiſſe? Sollte er die Gelegenheit benutzen, ſie auszufragen?

Allein er hat den Gedanken kaum gefaßt, ſo ver⸗ wirft auch ſchon ſein großmüthiges Herz das Unedle