182
Das ſchon länger umlaufende Gerücht von be⸗
4 deutendem Kirchenraube, Philipps Ausgehen in tiefer Nacht, ſeine Zuſammenkünfte, ſein Verſchwin⸗ den in der Nähe von Kirchen und dieſe Trümmer von koſtbaren Kirchengeräthen— alles, alles war inhaltreich, war bezeichnend genug, um durch dieſes
die bis zur Ueberzeugung raſch ſich geſtaltende Ver⸗ muthung zu erregen: Philipp ſei mit einer Räuber⸗ bande verbrüdert.
In der Folge fand ſie in dieſem Fache mittelſt eines Nachſchlüſſels, den ſie aus Neugierde ſich ver⸗ ſchaffte, Gold und Silberzeug mit gräflichem Wappen, das Portrait einer Dame in Brillanten gefaßt,
werthvolle Hals⸗ und Armbänder, mehrere Ringe
mit Edelſteinen und erkannte unter dieſen Gegen⸗ ſtänden ſo manche als jene, die in dem öffentlichen
BVerzeichniſſe der aus den gräflichen Paläſten und
den Kaufgewölben geraubten Gegenſtände ſehr kenn⸗ bar bezeichnet waren.
Wuar auch das innere und äußere Leben dieſer Frau ſeit früher Jugend nicht ein Gebilde der rein⸗ 1 ſten Tugend, der unentweihteſten Sittlichkeit, des
8 edelſten Zartſinnes, ſo hatte ſie doch immer ſo ge⸗ 3 lebt,
8
chen Anſprüche machen durfte. den leiſeſten Wunſch nach ungerechte
8 3* 1 5
daß ſie auf die Achtung, auf das Vertrauen 4


