Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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und folgte dem Dahinſchreitenden ſo leiſe und vor⸗ ſichtig, daß er keinen Späher vermuthete.

Philipp, den ſie bei der Biegung um eine Ecke,

wo das Licht einer Laterne ſein Geſicht beleuchtete,

deutlich erkannt hatte, wurde in der Nähe einer

Kirche von zwei Maͤnnern empfangen, mit denen

er ſich, ſo raſch und aufmerkſam Mariane ihm ge⸗ folgt war, plötzlich verlor.

So ging es noch öfters, und jederzeit an einer Kirche war er ihren ſcharfen Blicken wie verſchwunden.

Sie ſelbſt, um dem Geliebten jede Bequem⸗ lichkeit zu bereiten, beſorgte ſein Wohnzimmer. Eines Morgens, als Philipp eben in dem Schein⸗ geſchäfte ſeiner Werkführerſtelle ausgegangen und Mariane mit der Reinigung ſeines Wohnzimmers beſchäftigt war, bemerkte ſie, daß am Schloſſe des 9 Faches, worin er ſein Geld und ſein Beſtes he⸗ wahrte, der Schlüſſel ſtecke. Im Augenhlicke kam ihr der Gedanke, dieſes Fach genau zu durchſuchen, ob es nicht Briefe von irgend einer Nebenbuhlerin enthalte. Sie fand keine Briefe, wohl aber Stucke Gold, Silber, mehrere gute Steine und noch Manches, was deutliche Spuren trug, einer Kirche angehört zu haben.