Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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eben ſo offen ſei Dir geſtanden, daß meine Liehe zu Dir zu innig, zu unerſchütterlich iſt, um vor dieſer gräßlichen Wahrheit zu fliehen. Iſt es Dir möglich, den Pfad, den Du wandelſt, zu verlaſſen, ſo werde ich täglich auf meinen Knieen und mit Thränen der ſüßeſten Wonne dem Allmächtigen da⸗ für danken; ſtehet es aber im Buche Deines Schick⸗ ſals mit unzerſtörbarer Schrift geſchrieben, dieſer Pfad müſſe von Dir fortgewandelt werden, ſo kann mich nichts von Dir losreißen, und bis an den letzten Hauch ihres Lebens wird Deine treue, lie⸗ bende Mariane Dir zur Seite ſein!

Lips Tullian glaubte zu träumen, als er ſolche Worte hörte. Es war ihm kein Zweifel mehr, daß Mariane mit ſeinen wahren Verhältniſſen vertraut

ſeiz ſie ſelbſt hatte ihn über die gefürchtete Stelle

der Enthüllung ſeines Geheimniſſes mit freundlicher Hand ſchnell und wohlthuend hinweg geleitet, und dieſe Sprache gab ihm die beglückende Ueberzeugung daß die Liebe Mariane mit dem Muthe begeiſtert, ruhig und feſt an der Hand eines Mannes zu wandeln, deſſen Liebe nicht die Gefahren, nicht die Anſtrengungen, nicht die grauenvolle Zukunft über⸗ wiegen könne, von denen ſie ſich nun an ſeiner bei jedem Athemzuge umkreiſet ſah. Er fühlte ſo ſonderbar ergriffen, daß er keine Worte