Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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einſame Stillleben in dieſer wenig beſuchten Schenke zu heitern Stunden zu geſtalten. Eines Morgens wurde Lips Tullian von ſeiner Schlafſtube in die Zechſtube gerufen. Bald nach ihm kam auch Mariane herab und hörte von Philipp, daß er auf ein drei Meilen entferntes Dorf gehen werde, um dort einen Landsmann zu ſprechen, der eben erſt aus Oldenburg angekommen ſei und ihm vielleicht einige Neuigkeiten von Bedeutung mit⸗ theilen könne. 3 Mitt einem faft ſchmerzlichen Lächeln hörte ihn Mariane an, faßte ſeine Hand und bat ihn mit wehmüthiger Innigkeit, für ſich recht aufmerkſame Sporge zu tragen. . Das Auge voll Thränen, eilte ſie fort. Be⸗ fremdet blickte ihr Lips Tullian nach und in tiefem Nachdenken ging er 1n de Seite ſeines Gefaͤhr⸗

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ten hin. ESs war ſchon Nacht und er kehrte noch immer 6 nicht zurück. Aengſtlich harrend, die Troſtworte der Wirthsleute nicht achtend, ſaß Mariane in der gäͤſte⸗ loſen Zechſtube und blickte unter fallenden Thränen in die dunkle Nacht hinaus.

Der Hofhund ſchlug an, Tritte wurden hoͤrbar raſch ergriff ſie das Licht, dem ſehnſüchtig Er⸗ rieten enigegeneilend. Sie oͤffnete die Hausthür