mir ſein Haus, ſein Herz und ſeine Börſe offen. Sein Sohn ſollte einige Jahr auf Reiſen gehen. Ich hatte ſo ſehr das Vertrauen der Eltern ge⸗ wonnen, daß ſie mich zum Begleiter, gleichſam zum Aufſeher ihres Lieblings erwählten. Beinahe vier Jahre währte unſere Reiſe, und ich darf kühn ſagen, alle Pflichten, die ich als Aufſeher des jungen Menſchen hatte, ſtreng erfüllt zu haben. Erſt vor drei Monaten kamen wir wieder in Oldenburg an. Während der Dauer unſerer Reiſe wurde eine Nichte des Herrn Förten von ihm in das Haus genommen. Ich ſah die wunderholde Emilie und liebte ſie. Auch ſie theilte bald meine Empfindungen und geſtand mir unter heißen Thränen eines gram⸗ erfüllten Herzens, daß ein reicher Kaufmann aus Antwerpen bereits bei ihrem Oheim, der Vaterſtelle an ihr vertrete, um ihre Hand gebeten, und zwar noch keine entſcheidende Erklärung erhalten habe, aber ſeines Reichthums und guten Rufes wegen der Zuſage ſicher ſein dürfe. Emiliens Geſtändniß erregte meine Eiferſucht zur furchtbaren Leidenſchaft. Ich fand in mir keine andere Idee, als daß ich oder mein Nebenbuhler aus dem Buche der Lebenden geſtrichen werden müſſe. Meine Freunde waren zahlreich, größten⸗ theils aus den beſten Häuſern von Oldenburg.
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