Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Meine Mutter, im Beſitze eines prachtvollen Hauſes

Ruf eines gebildeten, liebenswuͤrdigen Menſchen zu

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aber darin es nicht weit gebracht. Mein Vater 8 ſtarb, als ich ein Burſche von 14 Jahren war.

und eines bedeutenden Eapitals, wollte ſich nicht wieder vermählen und ihre Tage in Ruhe hin⸗ bringen. Aus manchem Aerger über die Miethsleute verkaufte ſie das Haus und bezog mit mir eine kleine, angenehme Wohnung. Meine Mutter iſt eine herzensgute, gegen mich, ihr einziges Kind, allzu ſchwache Frau. Als ein 14jähriger Bube be⸗ herrſchte ich ſie, ihren Willen, ihre Kaſſe, that nichts,

als die Reitbahn, den Fechtſaal und die Geſellſchaft junger Wüſtlinge beſuchen, fand bei meiner gefüllten Börſe und meiner oberflächlichen Bildung auch in vornehmen Häuſern Zutritt und wußte mir den

erwerben. Das Mutterauge war von dem Glanze der vornehmen Geſellſchaften, in welchen ich mich froh und gewandt bewegte, zu ſehr geblendet, um in ihrem Sohne den arbeitsſcheuen Taugenichts, den Verſchwender zu ſehen. Sie lebte äußerſt einfach, um von ihren reichen Zinſen mir geben zu können, 8 ohne daß ſie die Kapitale angriftf.

Ich hatte das Glück, den r che Förten aus einem reißenden Fluſſe im Augenb der hoͤchſten Gefahr zu retten. Von