Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
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hinzu.Aber dennoch Du weißt ja, was Du willſt, und 8 Gott weiß, wie ich mich früher in meinem Herzen abgequält habe, weun ich nein ſagen mußte, weil ich Dich nicht betrügen wollte. Nun kann ich's nicht mehr, ich habe das Herz nicht, ſelbſt das Glück fortzutreiben, wo ich ſo lange unglücklich und verachtet geweſen bin, und wenn es Sünde iſt, daß ich meine Schande unter Deinem ehrlichen Namen verberge, ſo mag mir's Gott vergeben. Deshalb, Philipp, nimm mich hin, wenn ich Dir nicht zu ſchlecht bin; meine Ehre iſt wohl geringer gewor⸗ den vor der Welt, aber meine Liebe zu Dir iſt gewachſen Tag für Tag, und ich will Dir treu und zu Willen ſein mein Lebe⸗ lang. Da jauchzte der Philipp hell auf und zog ſie an ſeine Bruſt und küßte ſie wieder und wieder und ſchöner, als in der Ju⸗ gendzeit, wo Margarethens Herz, ob ſie auch ſeine Braut hieß, nicht dabei war. Sie redete gar nicht, ſie war ganz verſunken in Dankbarkeit und Glück, ſie hatte ja eine Heimath und ein Herz. Ich wußte es, daß es ſo kommen würde, begann Philipp wieder,denn dies Mal, wo ich ſicher war, daß Du mich lieb haſt, hätte ich mich nicht abweiſen laſſen. Daher hab' ich auch Alles darauf eingerichtet, daß wir in acht Tagen Mann und Nrrau ſind. Du ſiehſt, gedacht habe ich immer an Dich, wenn ich Dich auch nicht beſucht habe. Das hätte mir das Herz ab⸗ gedrückt, wenn ich Dich ſo geſehen hätte und hätte Dir nicht ken können; ich würde ſicher dumme Dinge gemacht und Dir n Ende nur ſchlechtere Tage bereitet haben. Als aber die eit bald herum war, ich wußte ja Tag und Stunde, wo Du frei kamſt, da hab' ich den Hof verkauft und Alles zu Gelde gemacht, und dann habe ich uns drei Sonntage nachein⸗ ander von der Kanzel verkündigen laſſen. Da hätteſt Du aber ddie Leute ſehen ſollen, wie ſie das Maul aufſperrten und wie die Frauensleute die Hände zuſammenſchlugen und es gar nicht glauben wollten. Sie haben Recht, ſagte Margarethe,es iſt auch ver⸗

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