den Menſchen ſchuldig, die unglücklich geworden ſind durch mich,
ſprach ihn von jeder Mitſchuld frei und nahm das Verbrechen allein auf ſich. Und Franz ließ es geſchehen, und kein Wort entſchlüpfte ſeinem Munde, das ihr Retung hätte bringen kön⸗ nen, kein Gefühl von Reue oder Scham durchflog dies verhärtete Herz, als ſie demüthig den Nacken auch unter das Joch ſeiner Schuld beugte. Geſchworne wie Richter konnten indeß der Über⸗ zeugung ſich nicht erwehren, daß wenn auch Margarethe die That ohne Mitſchuldige vollbracht, ihre damalige Jugend und Uner⸗ fahrenheit immerhin wohl zu berückſichtigen ſei, und der Präſi⸗ dent theilte ihr gleich bei Verkündigung des Urtheils mit, daß die Geſchwornen ein etwaiges Geſuch an die Gnade des Königs unterſtützen würden.
Margarethe hatte indeſſen dies Anerbieten mit Feſtigkeit ab⸗ gelehnt.„Die Buße muß ich tragen,“ hatte ſie geſagt,„ich bin's
ich bin's auch dem gerechten Gott und meinem eignen Herzen ſchuldig.“
Und dabei war ſie geblieben, was auch der Philipp einige Tage ſpäter, in einer letzten ihm bewilligten Unterredung that, um ſie davon abzubringen. Das Gericht verurtheilte ſie, außer zu der Haft, mit Berückſichtigung auf das, was ſie bereits ver⸗ gütet, zur ferneren, gänzlichen Schadloshaltung der Beſchädigten, und wenn darunter Philipp aufgenommen wurde, der nicht wie die übrigen wenigſtens die Äcker behalten hatte, ſo blieb für Margarethe faſt nichts. Den Hof, der in Folge dieſes Erk⸗ niſſes veräußert werden mußte, übernahm Philipp und b den kleinen, beſcheidenen Reſt von Margarethens einſt ſo be tendem Vermögen als Hypothek daran. 3
Im Flecken wurde ſie nach und nach vergeſſen; Hof Haus, die Wirthſchaft mit den Knechten und Mägden bli der Philipp, der neue Herr, that Gutes an ihrer Statt, es w gerade ſo wie früher,— nur Margarethe fehlte. Auch die Be⸗ wohner des Fleckens, ihre Intereſſen und ihr Bemühen waren daſſelbe geblieben; wollten ſie früher Margarethe und den Hof verheirathen, ſo ſtrebten ſie jetzt, dem Philipp eine Frau zu ver⸗ ſchaffen. An Margarethe konnte er ja nun nicht mehr denken,
1 21
—


