Gensd'armen begleitet. Sie war bleich wie Philipp, aber ſie wankte nicht wie er, auf ihrem immer noch ſchönen Geſicht lag der heilige Frieden, die tiefe Demuth, die eine wahre Reue giebt. Sie mußte einige Minuten warten in dem dichten Menſchen⸗ knäuel, und einen Augenblick erhob ſie den geſenkten Bli r fiel auf einen großen, breitſchultrigen Mann mit frechen, u. 5 Zügen, der, durch den Zufall neben ſie gedrängt, ſie wie eine Fremde gleichgültig anſah. Sie aber hatte ihn kaum erſchaut, als ihr Blick ſich belebte, und dicht an ihn herantretend flüſterte ſie bebend und von Allen ungehört ihm zu:„Ich vergebe Dir, Franz, Alles, Alles; der liebe Gott iſt ſo barmherzig, o bekehre Dich zu ihm!“..* 3 Ein höhniſches Lachen glitt über ſein Geſicht, als er ſie ve * oben bis unten maß.„Du haſt im Zuchthaus Zeit genug ich habe draußen was Beſſeres zu thun, als ein Betbrud werden.“ Wie von einem electriſchen Schlage getroffen, zuckte ſſie zuſammen, die Gensd'armen führten ſie durch die Menſchen⸗ Wnege, die den Franz ſchon von ihr abgedrängt hatte— und ſie ſah ihn niemals wieder. ¹ Während Margarethe, demüthig und ergeben in ihr Schick⸗ ſal, das Zuchthaus betrat, in deſſen Räumen, unter deſſen trau⸗ rigen Bewohnern ſie leben ſollte für eine lange Zeit, bemühte der Prediger des Fleckens ſich vergeblich, dem troſtloſen Philipp uld und Faſſung einzuflößen, da er ſich gar nicht finden n das Entſetzliche, es durchaus nicht begreifen wollte, wie etz Margarethe ſtrafbar fand, nur weil ſie über ſechszehn alt geweſen war, als ſie die That vollbrachte. Es waren wenige Wochen darüber geweſen, er meinte immer, darauf wohl Rückſicht genommen werden können. Und dann,— Kind hätte erkennen müſſen, daß der Franz ſie verführt hatte im Unrecht, und Philipp ſtritt laut gegen die Ungerechtig⸗ daß er frei ausging, als ſei er unſchuldig. Er bedachte ich nicht, daß nur ihm allein Margarethe das Geſtändniß aobgelegt hatte, wie ſie verleitet, ja moraliſch gezwungen ſei zu der That, denn vor den Geſchwornen beſtätigte ſie die Vertheidi⸗ gung des Anwalts, der dem Franz zum Beiſtand gegeben war,
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