Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

8

317

8

weinte und bat und ſagte, ich allein könne den Franz retten, das letzte von ihren Kindern, und ihr Segen ſolle des Vaters Fluch ſchon zu nichte machen. Da faßte ich mir denn ein Herz und ſprach mit dem Vater, denn ich hatte die Heimlichkeit ſatt. Du weißt, wie er tobte, und der Franz hinausgeworfen wurde, damit ich ihn nie mehr ſehen ſollte. Aber der wußte wohl, das hätte mir das Herz abgedrückt, darum ging er auch nicht und in der Nacht, als Alles ſchlief, da kam er wieder und ich ſtieg zu ihm hinab in den Baumhof. Schon Tags zuvor, als Du in's Haus kameſt mit dem Bündel Papier, das, wie ich nun begriffen habe, eigentlich Geld war, hatte er mir geſagt, wenn der Plunder in Rauch aufginge, ſo kriegteſt Du mich nicht. Damals verſtand ich ihn nicht, es lag nir zu weit ab in mei⸗ nen Gedanken. Die Nacht aber ſprach er immer wieder davon und wenn es mir auch anfangs nicht in den Kopf wollte, zu⸗

8

letzt dachte ich ſelbſt: was kann dem Philipp an einem Bündel

Papier liegen und Dich kann's r. es Geld ſei, begriff ich nicht, da auch nicht darüber nach, ich hatte nur den einen Gedanken, wie ich den Franz wohl an Deine Stelle bringen könnte, und als ich ihm endlich den Wunſch nachſprach, die Papiere möchten aufbrennen, da ſagte er mir, ich müſſe ſie anſtecken. War ich ſchon wüſt und toll im Kopfe, ſo ſchlug es nun wie der Blitz hinein: ich wollte nicht, aber dann drohte der Franz, er wolle ſich im Mühlteich ertränken und die Gedanken gingen mir zuletzt ſo bunt durcheinander, bis ich ſelbſt nicht mehr wußte, was er geſagt hatte und was ich wollte. Ich behielt nur, daß ich die Papiere aufbrennen müſſe und daß dann der Franz in ſechs Wochen wieder da ſein werde. Einmal ſagte er auch, ich ſolle die Papiere ihm geben, aber das hätt' ich nicht gekonnt, das wäre ja geſtohlen und ſon mir's im Kopfe war, die zehn Gebote hatte ich noch inne.

merkte er auch und beſtand nicht mehr darauf, und als der Morgen kam und er davon mußte und mein Herz mir wohl brechen wollte, da ſagte er mir zum Abſchied:Du haſt's in der Hand, wann Du mich wiederſiehſt, nur wenn der Philipp und ich gleich ſind, kann ich's mit ihm aufnehmen bei Deinem

in vor der Hochzeit. Daß