Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1831)
Entstehung
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Hundertdreiundfünfzigſter Brief.

Hermine von Bören an Frau von Alboin.

Breiſach, im April 18*r.

Der traurige Fall, dem wir lange entgegengeſe⸗ hen, iſt eingetroffen! Graf Domelli ſteht kinder⸗ los am Sarge ſeiner einzigen Tochter. Wer vermag das Weh zu ſchildern, das den Buſen des unglücklichen Vaters zerreißt. Sein Verluſt iſt unerſetzlich, und nur die Zeit vermag dieſe tiefe Wunde allmählig zu ſchließen.

O Geliebte, ich fürchte den Tod nicht mehr, ſeitdem ich ſie ſterben ſah! Ich theile die Nei⸗ gung der Kinder, die gar nicht von der ſchönen Leiche wegzubringen ſind, und alle ihre Blumen bringen, um die ſtille hehre Geſtalt zu bekränzen. Aus dieſen ſanften Zügen kommt kein Schmerz, nur ein milder Ernſt in meine Seele, der mir wohlthuender iſt, als alle Freuden der Welt.