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mit ich verzeihen lerne, und fort lieben, auch im Schmerz der Täuſchung, und ſo mich als Gottes Kind beweiſe.— Norden erſchrak über meine Wor⸗ te, und warnte mich vor ſträflichem Uebermuth. Er wußte es damals nicht, daß es ihm ſelbſt vor⸗ behalten war, mir dieſe Prüfungen zu bereiten, und er Zeuge meines ſchönſten Triumphes werden ſollte.
Er hat mir viel hohe Lehren gegeben, und manches erhebende Beiſpiel! O, gelänge es mir dafür, den höchſten Segen auf ihn herabzuflehen, damit ihm aus meinem Grabe all' das Glück er⸗ ſtehen dürfte, das mein Leben ihm nicht zu geben vermochte!—
Richardis, bald betrete ich den Weg zum Hauſe des Vaters. Eine unendliche Freude durch⸗ ſtrömt meine Seele, ſo oft ich denke, wie nahe ich der himmliſchen Heimath bin.— Iſt es die Gnade meines Erlöſers, die mir, der Unwürdigen, den Aufblick nach Oben ſo entzückend verklärt?— Gewiß, nur das Wunder ſeiner Liebe vermag das Herz mit ſolcher Seligkeit zu beleben, und es iſt der Glaube an ihn, der jede Furcht, jedes Grauen in meinem Buſen in ſchöne Hoffnung verwandelt. Wie verlang' ich hinauf, um ihm lobzuſingen, der mir die Thränen des Schmerzes gab, damit mir aus ihr des Himmels Wonne erblühe!


