Hundertzweiundfünfzigſter Brief.
Angela, Comteſſe Domelli, an Richardis.
Breiſach, im April 18**.
Mein Wunſch iſt erfüllt, ich bin mit Norden verſöhnt! Das Gedicht, das ſo viel Segen und ſo großes Leid über mich brachte, führte uns aufs Reue zuſammen. Er glaubte es nicht mehr in meiner Hand, er wähnte, ich habe es leichtſinnig verſchenkt.— O Gott!— Ich habe es ihm ver⸗ ziehen, daß er mich eines Vergehens fähig halten konnte, für das ſeine Strafe gerecht ſchien, ver⸗ ziehen, daß er die Blüthen meines Lebens brach, die nur in ſeiner Liebe gedeihen konnten.—
Ich bat einſt in kindlicher Unſchuld zu Gott, er möge mich würdigen, die heilige Liebe, die er mich kennen lehrte, dereinſt auszuſprechen im Le⸗ ben, und mir die Prüfungen und Leiden nicht ver⸗ weigern, durch die unſere Kraft ſich bewährt, da⸗


