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weißes Kleid: ihr ſchönes Haar floß wie ſonſt, in dunkeln Locken über ihre Schultern:— ſeitwärts auf dem Tiſch ſtand eine blühende Lilie, dieſelbe, wie ich an dem Gefäß erkannte, die ich ihr einſt am Tage ihrer Confirmation gegeben. Sie erhob ſich, und wollte mir entgegentreten, ihre Bewegung machte, daß einige Papiere, die auf ihrem Schooß gelegen, zur Erde fielen. Ich eilte herbei, ihr be⸗ hülflich zu ſein, und erkannte unter andern die Brieftaſche, worin ſie damals mein Gedicht be⸗ wahrte. Sie bat mich freundlich, mich neben ſie zu ſetzen, und ordnete mit Geſchäftigkeit die zer⸗ ſtreuten Papiere.—„Kennen Sie noch dies Blatt?“ frug ſie ſanft lächelnd, indem ſie mir ein Papier, welches ſie eben aufgenommen hatte, darreichte.— „„Mein Gedicht!““ rief ich überraſcht:„„ſo iſt es wieder in Ihren Händen?““ n—„Wie?“ frug ſie langſam, indem ſie mich nachdenkend anſah: „Norden— Sie glaubten doch nicht?— O Gott, wenn es dies war,— ja dann!“— Eine hohe Röthe flog über ihr Geſicht.—„Graf Malvi““, fuhr ich fort, indem mir das Blut im Herzen zu ſtocken ſchien;—„Graf Malvi“, unterbrach ſie mich mit ruhiger Hoheit,„erhielt eine Abſchrift von mir. Er bedurfte einer geiſtigen Erhebung, ich glaubte in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich den Segen, den Sie einſt auf mein Haupt legten,


