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Hundertfünfzigſter Brief.
Norden an Waliter.
Breiſach, im April 18*v.
Welch einen Tag habe ich erlebt, o Walter: wie iſt's möglich, daß ich noch zu athmen vermag, jetzt, da es klar vor meinen Blicken liegt, daß ſie ſo rein wie die Sonne iſt, und ich allein der Un⸗ glückliche bin, der einer ewigen Reue verfallen iſt. Ich ſchreibe Dir am Abend eines Tages, der mir unvergeßlich bleiben wird. Ruhig ſchweigt draußen das nächtliche Gefilde, nur in meinem Buſen wogt es ſtürmiſch auf und ab, ſeitdem der Wahrheit Strahl die Nebel verſcheuchte, die ihre Unſchuld und mein Vergehen mir verbargen. 1
Ich trat heute Morgen, von dem beſſeren Befinden der Comteſſe unterrichtet, in ihr Zimmer: ich fand ſie allein auf dem Sopha ſitzend, und wie es ſchien, mit Leſen beſchäftiget. Sie trug ein


