Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1831)
Entstehung
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Kranke bisweilen zu erfreuen vermag. Oft, wenn ich allein bei ihr bin, bittet ſie mich, ihr meine Lieder zu ſpielen. Ich laſſe dann die Thüre der Nebenſtube offen, worin das Inſtrument ſteht, und ſinge ihr Lieblingslied:Der Weiſe, der mein Loos gezogen, der zog für mich das beſte Loos. Komme ich dann wieder herein, ſo liegt ſie freundl ich lächelnd, mit gefalteten Hän⸗ den auf ihrem Bette, und lohnt mir mit einem unausſprechlichen Blick der innigſten Liebe. O, wenn ſie doch Gott erhalten möchte, und ſie dann auf immer bei uns bliebe! Wir leben jetzt Alle faſt nur von ihren Blicken, von ihren Worten. Selbſt die Leute vom Hofe und aus dem Dorfe drängen ſich oft zu ihr, um auf einen Augenblick ihre gute Comteſſe zu ſehen, und ſie hat für Alle ein Wort der Liebe, des Dankes, der Aufmunte⸗ rung. Ich vermag ihren Tod nicht zu denken, ohne einen Schmerz zu empfinden, der an mein innerſtes Leben greift. Und ſo auch würde es mit Norden ſein, deſſen Stirn ſchon jetzt mit düſterem Kummer umwölkt iſt. Bald, meine Mutter, ſchrei⸗ be ich Ihnen wieder; gebe Gott, daß ich Ihnen beſſere Nachricht mitzutheilen vermag!