Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1831)
Entstehung
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den größten Schmerz meines Lebens gegeben, aber dies Alles vergaß ich, als ich ſie wiederſah! Die Ruhe, mit der ſie zu dulden ſchien, der feſte Glau⸗ be an die Vergebung des Himmels, und ihr ſelig boffender Blick, verſöhnte mich ſanft und freundlich mit ihr. Sie that einige Fragen an mich, ich ver⸗ nahm wieder die rührende Stimme, die einſt nur zu große Gewalt über meine Seele gewann. Glauben Sie, Herr Superintendent, frug ſie leiſe,daß es Gott verzeihen kann, wenn unſer Gemüth ſich mit dem heiligſten Gefühl, das nur dem Schöpfer gehören ſollte, zu dem Geſchöpf ver⸗ irrte? Sie ſchlug bei dieſen Worten wie bei dem ganzen Geſpräch die Augenlieder nicht empor, als fürchte ſie in dieſer ernſten Stunde die ge⸗ ringſte Störung für ihr Gemüth.

Ich beantwortete ihre Frage nach meiner Ueber⸗ zeugung. Sie fuhr fort:Glauben Sie, daß uns jeder Irrthum des Gefühls vergeben wird, wenn der Wille nur immer fromm und gut, und unſer Handeln unſerer Ueberzeugung gemäß war?

Ich beruhigte ſie auch hierüber mit dem Troſt,

daß Gott in die Tiefe des Herzens blicke, und

dem Irrenden gern verzeihe.Sind Sie

auch gleich mir überzeugt, begann ſie auf's Neue,

daß das Dunkel, welches ſo oft über dem Schick⸗

ſal des Menſchen waltet, jenſeit des Grabes ſich Angela IV. 8