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men, je ſichtlicher wurde ihre Anſtrengung, ihre Bewegungen zu verbergen. Sie raffte, wie es ſchien, alle ihre Kräfte zuſammen, um den Grafen nicht ſogleich mit ihrer gänzlichen Hinfälligkeit zu erſchrecken. Die Fahrt hatte ſie angegriffen, ihre Wangen glühten in dunkler Röthe, ihre Augen ſtrahlten in ungewöhnlichem Glanze. Dies ver⸗ mochte wirklich den beſorgten Vater über den er⸗ ſten Schmerz eines ſolchen Wiederſehens glücklich hinwegzuführen. Deſto ſchlimmer aber wurde ihr
Zuſtand die darauf folgende Nacht. Das, Fieber,
welches ſie, wie ſie mir geſtand, ſeit Monden nicht verlaſſen hatte, kehrte mit doppelter Heftig⸗ keit zurück. Die Tage war ſie, obgleich ſchwach und angegriffen, doch ſo geduldig und ſtill, daß keiner an ihre Gefahr ſichtlich erinnert wurde. Sie ſaß ruhig in ihrem Erkerſtübchen am Fenſter, und ergötzte ſich, wie ſie ſagte, an der Ausſicht, die ſte ſo lauge entbehrt. Der Graf, der trotz Angela's Mühe, ihre Schwäche ihm zu verbergen, ſehr bekümmert und mißmuthig war, kam oft zu uns herauf, ermahnte Angelen zum Gebrauch der Arznei, und erzählte uns von ſeinen Einrichtungen und künftigen Plänen. Er ahnete anfänglich nur halb die Gefahr, in der Angela's Leben ſchwebte, und ging daher nicht ſo ſchonend mit ihr um, als es bei ihrem zarten Gemüth nothwendig war. Er


