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der Treue jedem unſerer Brüder zum Beiſtand verpflichtet ſind, und die Rechte des Nächſten den Pflichten gegen uns ſelbſt nicht nachſetzen dür⸗ fen. Ich hatte ſo eben auf dieſe Stelle den Eid frommer Beherzigung niedergelegt, als der Graf eintrat.— Er entſchuldigte ſich wegen ſeines Er⸗ ſcheinens, mit dem Wunſch, mir ſelbſt ein Buch zu überreichen, welches er hervorzog, und wollte ſich nach einigen flüchtigen Erklärungen über daſ⸗ ſelbe, ſogleich entfernen. Ich wollte ihn, aus vo⸗ riger Urſache, zurückhalten, wußte aber nicht, wie
ich das Geſpräch einleiten ſollte. Die Frage, ob
er mich im Leſen geſtört, half mir endlich aus mei⸗ ner Verlegenheit.—„Erlauben Sie, Herr Graf“, bat ich ſchüchtern,„daß ich Ihnen eine Stelle aus dieſem Gedicht mittheile, die ſo wahr als ſchön, und, wie mich dünkt, ſo ſehr für die jetzige Zeit zu beherzigen iſt!“ Ich ſetzte mich ihm gegenüber, ſo daß er die Unterſchrift deſſelben nicht leſen konnte, und theilte ihm die Verſe mit, die ihn zu dem Folgenden vorbereiten ſollten.—„„Sehr ſchön, in der That!““ unterbrach er mich einige⸗ mal:„nein treffliches Gedicht! aus welcher Samm⸗ lung, weun ich fragen darf?““—„Das thut hier wenig zur Sache, Herr Graf!“ entgegnete ich, es in meine Brieftaſche legend:„ich wollte nur ſehen, ob Sie der Wahrheit deſſelben Gerechtigkeit wie⸗


