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zu retten!— Sie iſt nicht von meinem Lager ge⸗ wichen, und kommt jetzt, da ich außer dem Bette bin, noch täglich mich zu ſehen. Doch hören Sie nün auch mein Abentheuer, and ſagen Sie mir noch einmal, daß eine Frau, wenn ſie Beſonnenheit und Muth hat, auch ohne Mann jeder Verlegen⸗ heit entgehen kann. Ich war vom Herrn Walter zu einem Familienfeſt eingeladen worden, dem ich, der Verpflichtung meines Mannes gegen ihn zu⸗ folge, nicht ausweichen konnte. Norden(beiläufig geſagt) war auch dabei, doch hatte ich ſelten Ge⸗ legenheit, mit ihm zu ſprechen. Die Geſellſchaft blieb bis ſpät in die Nacht beiſammen, es war ſchon gegen zwölf Uhr, als man ſich trennte. Ich ſchlug, obgleich das Haus des Regierungsrath Wal⸗ ter in der Vorſtadt liegt, und ich ziemlich weit zu gehen hatte, ſeinen Wagen aus Scheu vor den wilden Pferden aus, und begab mich, von meinem Bedienten begleitet, auf den Weg. Schon hatten wir das Thor erreicht, als ein gewaltiger Platzre⸗ gen losbrach, und ich, in der Angſt meines Her⸗ zens nach der erſten beſten offenen Thüre ſuche, um dem Ungeſtüm des Wetters zu entgehen. Endlich gelingt es mir, in ein Haus einzutreten; ich heiße meinen Bedienten die Thüre zulehnen, weil der Zug heftig war; mit Mühe wälzt er einen vorgeſchobenen Stein weg, die Thüre fliegt


