Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1831)
Entstehung
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beſſeren Selbſt. Das ſeine war irdiſcher Natur; er wagte es, mir Gefühle zu geſtehen, und fand in mir die, wenn auch unglückliche, doch ihre Pflich⸗ zen ſtreng verehrende Frau. Meine Tugend, mein höherer Werth hätte ihn noch feſter an mich bin⸗ den ſollen, aber ſie ſcheuchte ihn zurück. Er blieb erſt Tage, dann Wochen aus, und begegnet mir jetzt nur noch in öffentlichen Zirkeln, und in welcher Geſellſchaft! Du kennſt den verfüh⸗ reriſchen Reiz der Frau von Bören; ihre jugend⸗ liche Friſche, verbunden mit dem allmähligen An⸗ ziehungsvermögen feiner Koketterie machte ſie von jeher zu einem der gefährlichſten Gegenſtände der Männerwelt. Der Rittmeiſter kennt den Haupt⸗ mann Bören, und wurde von ihm aufgeſucht. Er iſt, wie ich höre, nun täglich in ihrem Hauſe, und wird nicht der Einzige ſein, der gegen die Lockun⸗ gen dieſes eiteln Geſchöpfs unempfindlich bleibt, ich habe es bereits von ſeinem Betragen gegen ſie beſtätigt geſehen. Ihr gehören die Worte, die Blicke fortan, die mein waren, ihr die ſchmeich⸗ leriſchen Huldigungen, mit denen er mich umgarnte, und ſie, o, ſie wird dankbarer ſein! Sie nähert ſich mir bisweilen auf eine recht zudringliche Art, um mir, glaube ich, ihren Triumph fühlbar zu machen. Schöne Frau, glauben Sie mir, ſolche Triumphe ſind nicht theuer, wenn man ſeinen