Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1831)
Entstehung
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allein. Leiſe ſchlich ich an's Fenſter und öffnete es ein klein wenig: da erkenne ich gegenüber, an einen Baum gelehnt, die bekannte Geſtalt; jubelnde Tö⸗ ne ſteigen zu mir empor, ein froher Hymnus hat ſich aus den klagenden Melodien emporgerungen, die Nacht iſt zum Tempel des Lebens geworden. Da geht die Thür auf, mein Vater tritt ein. Ein finſterer Blick fiel auf mich, doch ſprach er kein Wort. Er brachte mir das Billet Herminens und gebot mir, mich morgen beim Früheſten zur Abreiſe fertig zu halten. Ich verließ ſchnell das Fenſter, und that wie er gebot. Die Flöte tönte noch lange fort, und wiegte uns endlich in Schlummer ein. Den folgenden Morgen verließen wir mit Tagesanbruch das freundliche Warmbrunn.

So habe ich Ihnen, liebe Richardis, alles recht offen und treu erzählt, und füge nur noch hinzu, daß außer einigen Thränen, die Hermine unterwegs vergoß, und die wohl dem Abſchied von ihren zahlreichen Freunden gelten mochten, unſere Reiſe gar heiter und angenehm war. Den dritten Tag kamen wir in Breiſach an, und haben uns nun, ſo gut wir konnten, in dem alten Schloſſe ein⸗