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auch zum Theil jenem theuern Dichter angehörten. Er mochte wohl merken, daß mir ſeine Mitthei⸗ lungen wohlgefielen, denn er fuhr fort ſich mit mir zu unterhalten, und geleitete mich ſichern Schrittes die engen Treppen und morſchen Mauerſteine hin⸗ ab, auf denen ich allein ganz ſicher geſtrauchelt und gefallen wäre. Als wir wieder im Freien wa⸗ ren, bat uns der Fremde um Erlaubniß, uns an dem Tiſch, an den wir uns niedergelaſſen hatten, Geſellſchaft leiſten zu dürfen. Mein Vater iſt ſonſt kein Freund von dergleichen Annäherungen, doch konnte er nicht umhin, Ihm, den man, ſeiner Bildung nach, wohl für einen Mann von Stande nehmen konnte, höflich einen Platz anzubieten.
Ich konnte ihn nun, als er uns gegenüberſaß, beſſer betrachten. Er hatte ein angenehmes Ge⸗ ſicht, das durch zwei ſchwarze, ſehr lebhafte Augen, wie durch die ſtarken Braunen und dem vollen Haarwuchs, der in unordentlichen Locken bis zum Kragen herabfiel, einen Ausdruck von Kraft und Wildheit erhielt. Seine Stirn war hochgewölbt, das Knie etwas hervortretend,— ſein Blick feu⸗ rig, doch unſtet, eben ſo ſchien ſein ganzes Weſen von einer fortwährenden Unruhe bewegt. Er ſprach viel und gut, und hatte uns bald mit allen merk⸗ würdigen Burgen Deutſchlands bekannt gemacht. Seine Schilderungen waren von der lebhafteſten
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