bringt, was keinem gelang, und kehrt als Sieger zur Burg zurück. Außer ſich voll ſeliger Ueberra⸗ ſchung, eilt Kunigunde, ihm den Preis des Sieges zu gewähren, laut ſchlägt ihr Herz voll Liebe und Glück,— ſie öffnet dem Ritter ihre Arme,— aber ſtumm verneigt ſich der Hohe vor ihr,— ſie erfährt, daß nur Ehrgeiz, nicht Liebe ihn beſtimm⸗ ten, das Gefährliche zu vollbringen, und er be⸗ reits durch ein heiliges Band gefeſſelt iſt.— So übergab das Geſchick Kunigunden, die ſo lange mit der Liebe edler Männer ihr frevelndes Spiel trieb, zur Strafe den Qualen der Reue,— und dem Schmerz der hoffnungsloſeſten Neigung, bis der Tod ihre Leiden endete.—
Mit heimlichem Schauer ſah ich in den tiefen Grund hinab, wo die Gebeine jener Unglücklichen in Staub zerfielen.
Der Fremde war indeß an unſere Seite ge⸗ treten, und machte uns jetzt auf einen Namenszug aufmerkſam, der in der Mauer eingegraben war, es war der Name Theodor Körners. Wir freuten uns über dieſe Entdeckung, und kamen mit ihm in's Geſpräch. Er ſchien Körnern gekannt zu ha⸗ ben, und repetirte uns mehrere Balladen und Ro⸗ manzen, dieſe alte Feſte betreffend. Dabei ſah er ſo begeiſtert aus, daß ich ihn ſelbſt für den Autor dieſer ſchönen Verſe hielt, bis ich erfuhr, daß ſie


