Ich gehorchte, ob ich gleich von jeher wenig Ge⸗ ſchmack an Gegenſtänden der Pracht und des Luxus fand. Die ſchönen Kryſtallvaſen und zahlloſen Glaswaaren, die meiſt auf's zierlichſte geſchliffen und mit Gold verziert waren, erinnerten mich an die Feenpalläſte meiner Ammenmährchen.
Als wir ſpäter in einer Bauernhütte Mittag machten, fand ſich vor Börens Gedeck ein Kryſtall⸗ glas, auf dem der Zackenfall und darunter das Wort: Warnungl eingeſchliffen war. Das Glas ging von Hand zu Hand, man belachte den ſeltſa⸗ men Zufall, hinter dem ſich wohl ein Einfall Her⸗ minens verſteckt hatte, und ſo kam Jedes von uns in eine gemüthliche, heitere Laune.
Ein Chor reiſender Böhmen überraſchte uns bei unſerm Forellenmahl mit einer Muſik, und gab der ländlichen Scene eine gewiſſe Feſtlichkeit, die unſere frohe Stimmung noch erhöhte. Bören, der durch das freundliche Geſicht Herminens mit ſich ſelbſt wieder ausgeſöhnt war, ſchwor, das Glas um jeden Preis an ſich zu bringen. Die Wirthin war bereits von Herminen unterrichtet, und bat mit be⸗ ſcheidener Miene für die Ueberlaſſung des Glaſes, um ein Almoſen für den blinden Greis, der vor der Thüre ſaß. Bören gab reichlich, und ſo kam der Arme zu einer Gabe, und er zu einer War⸗ nung, die beiden gleich nützlich war. Luſtig zogen
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