ſchöner, dabei war ſie ſo leicht, daß, als Dorilla den erſten Faden damit verſuchte, ſie wie von ſelbſt in der Hand tanzte, und es eine Luſt war, anzu⸗ ſehen, wie der Faden ſo fein und überaus ſchnell ſich um ſie herſchlang, und die ſüße Arbeit gar kein Ende nehmen wollte.
Da fielen die Glücklichen auf die Knies im ſtillen Gebet, denn ſie ſahen hier deutlich eine hö⸗ here mächtige Hand im Spiel, und lobten Gott und den guten Geiſt, der ſie ſo bald aus aller Noth gerettet hatte. Als ſte aber das goldene Ge⸗ webe zum Verkauf trugen, und die Geſchichte lau⸗ ter wurde, ſo vermeinten die Leute alle, das wäre Rübezahl der Berggeiſt geweſen, und kreuzten ſich, und mieden die Nähe der Glücklichen.
Dieſe aber ließen das Häuschen und begaben ſich in ein ſtilles Thal, wo gute freundliche Men⸗ ſchen wohnten; dort lebten ſie ein frohes ſorgen⸗ freies Leben, ſtill und tadellos, denn ſo reich ſie auch wurden, ſo vergaßen ſie ſich nie in ſtolzem Uebermuth, und der Frommen Fleiß, und die gol⸗ dene Spindel erbte ſich lange fort auf Kindes Kind.
„Das iſt eine recht artige Geſchichte!“ begann Hermine,„und erinnert mich an die Mährchen


