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blieb weg, ſie mußte es bei dem Stege verloren haben, und mit dem Garn war der Verdienſt ei⸗ nes ganzen Monats dahin, und ſie ſah keine Hülfe und keinen Rath. Zu betteln ſcheute ſie ſich, und wenn ſie auch einmal die großen blauen Augen bittend erhob, ſo verſagten ihr Schaam und Thrä⸗ nen die Sprache, und ſo blieb ſie immer unver⸗ ſtanden und unbeachtet.
Als ſie ſo ſaß in ihrem Jammer, ſo ſchritt ein Jägerburſche durch die Menge, von überaus ſchöner Geſtalt; ſeine Augen funkelten unter den dunkeln Augenbraunen hervor, hell und durchdrin⸗ gend, dabei pfiff er luſtig vor ſich hin, und lachte bisweilen heimlich, als mache er ſich über die gan⸗ ze Welt von Herzen luſtig. Ein großer, hellgrü⸗ ner Mantel hing ihm nachläßig über die Schultern, und die blanke Flinte glänzte im Abendſchein.
Er trat an eine der Säulen wo Dorillla ſaß, und ſah, die Arme über einander gekreuzt, dem bunten Treiben der Menge zu. Eben kam ein vornehmer Mann vorbei, der trug goldene Treſſen am Rock; ſchüchtern nahete ſich Dorilla und hob die Hände bittend empor, und ihre leuchtenden Augen ſprachen beredter als jedes Wort:„Erbar⸗ me dich der Armuth!“ aber der reiche Herr ſah ſie vornehm an und ſprach:„„Geh' und arbeite! der müſſigen Tagediebe gibt es ohnehin ſchon längſt zu
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