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vermählt, jedes andere Gefühl verdrängt.— Kann
ſie es nicht— ſo iſt das Unheil daſſelbe. Vermag
ich es je zu vergeſſen, daß der Fluch der Untreue auf ihrer Seele ruht!— kann ich die⸗Schuldige mit derſelben Liebe in meine Arme ſchließen; ich, der ich weiß, wie bitter die Täuſchung iſt, wie ver⸗ ächtlich die Untreue, wie lebenzerſtörend in ihren Folgen für das betrogene Herz durch das Miß⸗ trauen und den Argwohn, die ſie ſtets begleiten! Ich beſchloß, der Sache ihren Lauf zu laſſen. Entdeckte ſie ſich mir, ſo war noch Hoffnung für den Frieden meines Hauſes vorhanden. Gewährte ſie ihm die Zuſammenkunft ohne mein Wiſſen, ſo galt ihr ſeine Ueberzeugung, ſeine Liebe mehr, als die Meine, mehr als die Ehre unſeres Hauſes. Welche Zeiten begannen nun für mich! Heim⸗ liche Qualen zerriſſen mein Herz, indeß ich, ohne Marien meinen Schmerz ahnen zu laſſen, den ru⸗ higen aber ſcharfen Beobachter ſpielte. Jetzt war die Zeit, wo der Charakter Mariens auf der Pro⸗ be ſtand. Mir entging keine Bewegung ihres Ge⸗ müths, keiner ihrer Schritte, ihrer Handlungen. Ich ſah, wie ſie mit feiner Kunſt die Rolle der Unbefangenen ſpielte, indeß ſie heimlich auf Mittel ſann, den Wunſch des Entfernten zu erfüllen. Sie entzog mir ihre Sorgfalt, ihre Theilnahme keines⸗ weges,— d nein! ſie erhöhte ſolche vielmehr, aber


