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weilen geſchah es, daß wir uns ganze Tage nicht ſahen, was bald etwas Kaltes, Fremdartiges in unſer ſonſt ſo inniges Verhältniß brachte.
So, Walter, mußten allmählig die Keime un⸗ ſeres Glückes vertrocknen, damit der Blitz um ſo ſicherer zünden konnte, der in der Verborgenheit lauſchte. Eines Tages, als ich in das Gemach meiner Frau trat, fand ich ihr Antlitz in Thränen gebadet. Sie ſuchte mir ihre Stimmung zu ver⸗ bergen, und führte mich, eine heitere Miene er⸗ zwingend, an das Lager unſeres Kindes. Ich faß⸗ te ihre Hand, ſie bebte.„Du biſt krank, Marie!“ ſagte ich, ihr bleiches Geſicht mit beſorgten Blicken betrachtend. Sie läugnete es, bat aber, ihr eine Zerſtreuung zu gewähren, und ſie zu ihren Eltern fahren zu laſſen.— Ich bot ihr meine Begleitung an, ſie ſuchte es unter einem geltenden Vorwande abzulehnen, ich ließ ihr gewähren.
Noch wußte ich die Urſache ihrer Thränen nicht, ich frug die Hanshälterin, und erfuhr, daß Marie einen Brief erhalten habe, bei deſſen Anblick ſie in ſichtliche Verwirrung gerathen ſei. Später habe ſie ſich in ihr Gemach verſchloſſen, und ſei⸗ darauf in ihrem ganzen Weſen alſd verändert erſchienen.
Tadle den, von Beſorgniß und Mißtrauen ge⸗ guälten Gatten nicht, wenn er unberufen in ein Geheimniß drang, das er nie erfahren ſollte. he


