Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1831)
Entstehung
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20 ſehe ich in den Armen meines pllichtvergeſſenen Freundes!.

Mein Hohngelächter ſchreckt ſie aus ihrem Ver⸗ geſſen, bleich, wie eine Marmorbüſte ſtürzt die entlarvte Verbrecherin zu meinen Füßen. Was ſie ſagte was ſie that kaum weiß ich's noch; daß unſer Spiel ausgeſpielt war, verſteht ſich von ſelbſt. Eine heftige Krankheit überhob mich alles weitern Nachdenkens über meinen Zuſtand. Geduldig wie ein Kind, lies ich über mich verfü⸗ gen nach fremder Willkühr, und nur der väterli⸗ chen Fürſorge meines Fürſten, der Pflege ſeiner Aerzte, verdankte ich es, daß ich nach Verlauf ei⸗

ner langen, dunkeln Zeit, den Gebrauch meiner Sinne wieder erhielt. Die Pfarre war, da man

an meinem Aufkommen gezweifelt hatte, bereits.

vergeben worden; dagegen verſprach der Fürſt, für mich in Zukunft Sorge zu tragen. Er hielt Wort; nach Verlauf eines Jahres wurde ich als Prediger in D... angeſtellt. Die Liebe zu meinem Beruf, die Treue, mit der ich meine Pflichten zu erfüllen ſtrebte, gewannen mir das Vertrauen meiner Ge⸗ meine, und manchen biedern Freund. So lebte ich viele Jahre, in ſtiller, ruhiger Einſamkeit, ohne daß mein Herz, das ſeit jener unglücklichen Zeit zum tiefen Schweigen gebracht war, ſich nach einer Ver⸗ änderung meiner Lage ſehnte. Ich las viel, ich