lobt.— Voll Vertrauen, voll kindlicher Hingebung hing ſie an meinem Halſe, meinen Lippen; wer hätte dieſem Engelantlitz nicht glauben ſollen?—
Meine Reiſe forderte eine ſchnelle Trennung. Ich übertrug die Fürſorge für meine Braut einem geprüften Freunde, und reiſte ab.— O, nichts da⸗ von, wie ſie von jetzt an allein mein Herz füllte, mein ganzes Weſen beherrſchte, wie jede Freude, in ernſter Zukunft gedacht, nur Gehalt und Bedeu⸗ tung bekam in Bezug auf Sie! Genug, meine Liebe war hoch und kräftig empor gewachſen, denn ſie ſtützte ſich auf den reinen, feſten Glauben an Tugend und Treue, und kannte keine Furcht, kein Mißtrauen, weil ſie ſelbſt ſo lauter und zuverſicht⸗ lich war.—.
Das Jahr unſerer Trennung hatte ſich zur Ewigkeit gedehnt. Die Sehnſnucht war mächtig in mir geworden, ich dürſtete nach ihrem Anblick, nach dem Wohllaut ihrer Stimme. Endlich war ich der Pflicht des Lehrers entbunden, ich durfte zu ihrer Heimath eilen. Leiſe— wie das Glück, wenn es zu den Hütten der ſchlummernden Unſchuld tritt, nahte ich mich dem Garten, dem Hauſe, das ſie umſchloß. Ich wollte ſie überraſchen, um Zeuge ihres freudigen Schreckens zu ſein.— Leiſe öffne ich die Thür— und— wie mit giftigen Krallen faßt das Entſetzen mein Gehirn— die Ungetreue


