Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1831)
Entstehung
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Zweiter Brief.

Thereſe Wallburg an Madame Wall⸗ burg.

Aus der Reſidenz, im Juni 13*9.

Laſſen Sie mich die Stille dieſer nächtlichen Stunden benutzen, um mich in Ihre Nähe zu träu⸗ men, meine Mutter, indem ich zu Ihnen ſpreche! Warum trennt mich das Schickſal von dem treue⸗ ſten Herzen, das ich auf Erden habe? Warum darf ich die Freuden, die jedem Kinde im Ge⸗ nuß mütterlicher Liebe zu Theil werden, allein ſo ſpärlich genießen? Konnte ich nicht bei Ihnen bleiben, und meinen Fleiß mit dem Ihren vereinen, unſern Unterhalt zu beſtreiten? Sie hätten mich arbeiten gelehrt, und die Freude, bei Ihnen zu ſein, hätte meine Kraft geſtählt, daß ich ausgedauert hätte im Eifer frommen Bemühens. Aber ach, Sie wollten mir beſſere Tage verſchaffen, indem Sie den Vorſchlag der Madame Walter, mich zu ſich zu nehmen, ergriffen, und ihr meine Dienſte zuſagten, die Dienſte, die Ihnen, meine Mutter, einzig und allein gehören ſollten. Wohl hatten Sie übrigens Recht, dieſer Familie Ihr Kind anzuver⸗