Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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2. Das eiſerne Käſtchen.

Als Nikolas Treml durch das große Thor ſeines ſchönen Schloſſes ritt, war die Nacht völlig hereingebrochen. Ohne ein Wort zu ſprechen, warf er den Zügel ſeinen Dienern zu, ſtieg zer⸗ ſtreut die Treppe hinauf und ging gerades Weges in das Schlafzimmer ſeines Enkels.

Georg lag in tiefem Schlummer. Er war ein ſchönes, rothwangiges Kind, deſſen blonde Haare in reichen Locken auf das geſtickte Kiſſen herabfielen. Ein ſüßer Traum belebte in dieſem Augenblicke wahrſcheinlich ſeinen Schlummer, denn ein anmuthiges Lächeln ſchwebte um ſeinen Mund, während die Händchen ſich bewegten, als wollten ſie Jemanden liebkoſen..

Wenn die Kinder auf dieſe Weiſe in ange⸗ nehmen Träumen ſich bewegen, dann ſagen die guten Leute von Rennes, daß ſie mit den En⸗ geln lachen. Gewiß ein reizender und poetiſcher Gedanke; aber in der Bretagne neigt ſich Alles, was poetiſch und reizend iſt, zur Melancholie,

und ſo betrachtet man auch dieſe Freude während

des Schlafes als ein Vorzeichen des Todes.