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Auch Carmen, die blaß und einer Ohnmacht nahe ſchien, empfand eine mächtige Bewegung.
Ihre wundervolle Schönheit hatte in dieſem ernſten Augenblick einen Charakter von beinahe übermenſchlicher Hoheit angenommen.
Sie ſchien durch ihre Trauer gereinigt und um ihre Stirne ſtralte gleichſam eine Aureole ergebungs⸗ vollen Schmerzes.—
„James Weſtern,“ ſagte ſie, verkennen Sie mich wieder?“
Weſtern wandte den Kopf ab und murmelte:
„Ich glaube, Sie zu erkennen.⸗
„Gott ſei gelobt,“ hob Carmen wieder an,„daß er Sie am Leben ließ und ſeine Hand zwiſchen Sie und mein Verbrechen trat.... Schauen Sie mich an, James Weſtern, mein Herz hat ſich ſehr verändert... 85 bringe Ihnen wieder, was ich Ihnen geraubt hatte.
Gaſton horchte und fühlte, daß es ihn wie Eis überlief.
Dem Herzog war ein kalter Schweiß auf die Stirn getreten. Nach ſechzig Jahren glänzenden Ueberfluſſes ſah er ſich jetzt am Bettelſtab.
Weſtern hatte inzwiſchen die Brieftaſche genommen, und als hätte er ſeinen Augen nicht trauen wollen, wagte er noch nicht, ſich des Fundes zu freuen.
Verdutzt ließ Durandin die Arme ſinken.
Carmen trat langſam zu Gaſton heran.
Charlotte und Sancta betrachteten mit Staunen dieſe Frau von ſo wundervoller Schönheit, welche ſo ſehr zu leiden ſchien und die ſie nicht kannten.
„Gaſton,“ ſagte Carmen, mit dem Finger auf die Brieftaſche weiſend, welche Weſtern eben im Begriff war zu öffnen,„da ſind die Titel und das Vermögen Ihres Vaters, welche ich Ihnen zurückzuerſtatten verſprach... Die Baronin von Noye und der falſche Marquis von Maillepré ſind eine und dieſelbe ſchuldige Perſon... Der Schuldige bin ich.. Gaſton, wir ſehen uns niemals wieder!“
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