Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

332

„Meiner Treu,“ rief er,„ich bin nicht ſtolz.... Ich geſtehe offen, daß ich Sie nicht verſtehe! Es iſt immer ſo, wenn es ſich um Poeſie handelt.... Kommen wir zur Poeſie zurück. Sie waren ſehr beredt, Sie

haben die Kerls beſiegt, vernichtet, zerſchmettert, Sie

werden thun, was Sie wollen; ſo viel iſt gewiß; allein Sie werden mir zugeben müſſen, daß ich Ihnen eine mächtige Hülfe war.“

„Wie das?“ fragte der Marquis.

„Indem ich mich nicht während ihrer Rede halb krumm lachte, Frau Baronin.“

Der Sachwalter hatte ſeine Vorrechte; er gehörte zu Jenen, gegen die ſich zu erzürnen unnütz, und über welche unwillig zu werden, lächerlich iſt.

Die Unzufriedenheit des Marquis gab ſich nur durch eine ungeduldige Geberde kund.

„So hören Sie doch,“ hob Durandin wieder an,

„Sie ſelbſt hätten mich entſchuldigt. Es war luſtig auf Ehre, ungemein luſtig! Die armen Teufel glaubten ſich ſchon unter dem unſeligen Meſſer!.... Ich glaube, Zuchthausſtrafe hätten ſie mit Dank angenommen.“ Der Sachwalter fing an, herzlich zu lachen. „Stellen Sie ſich den Eindruck vor,“ begann er

wieder,„wenn ich aufgeſtanden wäre und geſagt hatte:

Meine guten Freunde, das Alles iſt ſehr gut, allein der Herr Marquis behandelt uns als Kinder. Man kann um des Mordes eines Mannes willen, der ſich einer ziemlich guten Geſundheit erfreut, keine Leute guillotiniren.“

Sie ſpazierten nebeneinander in der öden Straße

Valois hin und her, auf und nieder.

Bei dieſen letztern Worten ſtand der Marquis plötzlich ſtille und ſchaute den Sachwalter fragend und betroffenen Blickes an.

Seit dem Beginn dieſer Unterredung hielt er ihn für betrunken und dieſe Meinung hatte nicht wenig

dazu beigetragen, ſeine Geduld zu verlängern; allein

in dieſem Augenblicke hielt er ihn für verrückt.