Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

N

17

runzelten Brauen des Marquis glätteten ſich. Seinen Mund umſpielte ein höhniſches Lächeln.

Er zuckte die Achſeln mit einer Miene boshaften Mittleids und ergriff den Glockenzug, der am Kamine niederhing, mit der zimperlichen Geberde einer angegriffe⸗ nen Kokette.

i 108 ſchellte. Compans Kammerdiener erſchien al⸗ obald.

Der Marquis ging vor ſeinem ohnmächtigen Geg⸗ ner vorüber, grüßte ihn freundſchaftlich und ſagte:

Mein Vetter, aufs Vergnügen Sie wiederzuſehen. Vergeſſen Sie meinen Brief nicht.".

Der Herzog konnte ihn durch das Fenſter mit leich⸗ ter, zierlicher Geberde in ſeinen Tilbury ſpringen ſehen, der im Galopp davon fuhr....

Am folgenden Tage erhielt der Marquis den er⸗ warteten Brief und ſeither lebten der Herzog und er im vollkommenſten Einverſtändniß als Vettern⸗

Aber mit dieſer Nacht des Faſtnachtdienſtages von 1826 hatte der Herzog von Compans noch nicht Alles geſchlichtet.

Wie wir ſchon geſagt, lebten ſeine Frau und er in keinerlei Uebereinſtimmung. Sie verabſcheuten ſich, nach⸗ dem ſie einander geliebt hatten. Der Herzog führte das doppelte Leben des nach Liebſchaften Lüſternen und des

Eiferſüchtigen; Burot diente ihm als Spürhund nach

Außen und als Spion nach Innen zugleich.

Es iſt gewiß etwas Merkwürdiges um dieſe den

Ehenmänner⸗Junggeſellen eigene Eiferſucht, eine Ei⸗ ferſucht, die, eine natürliche Folge der ehelichen Untreue des Eiferſüchtigen, mit ihr wächst und ſich ſteigert. Es iſt dieß aber ein ſo alter Satz, daß man ſeine Feder velßeblich abſtumpfen würde, ſo man ihn verjüngen wollte. Bis zu dieſem Zeitpunkt hatte die Frau Herzogin ihren Gemahl gefürchtet, wie man einen ſtrengen und unmöglich zu beugenden Richter fürchtet. Sie hatte Pariſer Liebſch. III. 4 2