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das ſchöne Auge zu ihm auf, deſſen kühne, büſtere Flamme ſich jetzt mit Trauer umſchleierte.
„Ich habe ihn getödtet,“ ſagte ſie.
Der Herzog bebte zurück und wurde blaß.
„Unglückliche!....“ murmelte er,„ein Mord!...“
„Ein Mord, Herr Herzog,“ antwortete Carmen, deren Stirn ſich hochmüthig aufrichtete;„wir waren Beide ſtehend.... Beide bewaffnet.... und wohl drei Male mahnte ich ihn zur Vertheidigung.“ 3
Es entſtand ein Schweigen. Der Herzog ſann nach und berechnete, inwieweit dieſes Verbrechen auf ſeinen eigenen Kopf zurückfallen könnte. Aber er dachte auch, er dachte beſonders an den Preis dieſes Mordes, an die Beute, nach der ihn gelüſtet, an jene Titel, die ihn nun vor dem Geſetze zum unwiderruflichen Eigenthümer einer halben Million Einkünfte machen ſollte.
„Und....“ hob er zögernd wieder an,„was haben Sie mit ſeinen Papieren angefangen?“
Carmen hatte ſich in ihren Lehnſtuhl zurückgelegt. Ihre Augen ſchauten zur Decke. Sie hörte nicht.
„Es war eine edle, würdige Seele, Herr Herzog,“ liſpelte ſie; ver wagte nicht, meine Hiebe zurückzugeben, weil er mich für eine Frau hielt....⸗
„Sind Sie keine Frau?“ ſagte der Herzog.
Carmen ſchaute ihn erſtaunt an, antwortete aber nicht.... „Er hielt mich für eine Frau, wiederholte ſie dann nach einer Weile; nobwohl ich ihm geſagt, daß ich ein Mann ſei.“
Carmens ſanfte Stimme, die dennoch ernſt und männlich klang, betonte dieſe Worte kräftig.
Der Herzog maß ſie vom Kopf bis zu den Füßen.
Aber ſtatt über dieſen Punkt weiter zu reden, riß ihn ſein Verlangen fort und er ſagte wieder:
„Und die Papiere?... 3
Carmen ſchien in die Erinnerung der kürzlich ſtatt⸗ gefundenen Ereigniſſe vertieft. 4


