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„Ich hatte Sie falſch beurtheilt, mein Herr,“ fiel ihm der Herzog trocken ins Wort.... ſprechen wir weiter nicht davon.“
„Doch! doch.“ ſagte lebhaft Deniſart, der plötzlich einen andern Ton anſchlug; nes iſt gewiß, Herr Her⸗ zog, daß, von mir aus, ich mich mit dem nicht befaſ⸗ ſen kann.... Aber ich beſorge ihre Angelegenheit.... ich nehme ſie in Bauſch und Bogen auf mich.. In achtundvierzig Stunden werde ich Ihnen Nachricht geben.“
Der Herzog legte einen Finger auf ſeinen Mund.
„Wenn ich dabei compromittirt werde,“ murmelte er, „ſo können Sie auf's Bagno zählen... bringen Sie mir aber die Brieftaſche, ſo ſollen Sie tauſend Thaler haben.... Rufen Sie meinen Kammerdiener.“
Deniſart ſah die verſprochenen dreitauſend Franken in Geſtalt einer unzuberechnenden Zahl von Lieferungen in Fünfeentimesſtückchen vor ſeinen Augen vorüberziehen.
Seine Idee erſchien ihm verwirklicht.
Er war geblendet. Als er hinausging, öffnete Herr Burot die Thüre des Vorzimmers, welches ſich alſobald mit einem tüchtigen Taback⸗ und Cognacgeruch anfüllte.
Herr Burot klopfte Deniſart auf die Schultern.
„Wir führen es dieſe Nacht aus, mein Schätzchen, ſagte er;„Strickleiter, Pförtchen, Dietrich... Alles, wie es nur in Venedig ſein kann.... Ein vollſtändiger Roman.... Ich hole Dich.......
Die Frau Herzogin von Compans⸗Maillepré machte ſich viel fruher an ihre Toilette als ihr Gemahl. Sie mußte mit äußerſter Pünktlichkeit beſorgt werden und ihre Kammerfrau verrichtete das Amt mit nicht weniger Kunſtfertigkeit als der Kammerdiener des Herrn Herzogs das ſeine.
Im ſtrengſten Sinn genommen, war ſie vier oder fünf Stunden nach ihrem Aufſtehen immer noch eine ſehr ſchöne Frau. Sie mochte nun vierzig Jahr alt ſein, wie Lea Verin es behauptete, oder nur dreiunddreißig,
wie ſie vorzugeben ſich geſiel, das war jedenfalls ſo 15
Pariſer Liebſch. I.


