Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

215

Während Du Chesnel dieſe Worte ausſprach, ſtrich er ſich mit der flachen Hand über die Stirne.

Aber Nichts gelingt mir! hob er wieder an;ich habe Unglück... Jeder Tag verſchlimmert meine Lage . meine Gläubiger verlieren die Geduld... ich habe ein Bein in der Grube... Ich muß mich wieder erheben.

Ich ſage nicht nein, brummte Durandin zwiſchen den Zähnen;aber es iſt hart!

Ich muß mich wieder erheben! wiederholte Du Chesnel, die Fauſt ballend;um jeden Preis!

Gut... das geht Dich an, folgerte der theil⸗ nahmloſe Durandin.

Höre! rief Du Chesnel;ein ſolches Weib zu Grunde richten, heißt ſeine Seele Satan verpfänden... Sie iſt noch beſſer, als ſie ſchön iſt... ihr anmuthiger, lebhafter Geiſt bringt unvermuthet die launigſten Ein⸗ fälle, welche die Langeweile verſcheuchen und die Trau⸗ rigkeit unterdrücken... ihr Lächeln macht glücklich. Sie iſt liebevoll, ſie iſt ergeben... nie hat ihr Mund eine Lüge geſprochen... Mein Glück und mein Heil gedenke ich dieſem Manne zu verkaufen.

Durandin drehte die Daumen.

Prüfe Dich, ſagte er.

Ich habe Luſt, mich zu tödten! murmelte Du Chesnel, deſſen gewöhnlich ſo kaltes und vor der Zeit welkes Geſicht eine wilde Verzweiflung ausdrückte.

Was das betrifft, entgegnete Durandin,bin ich nicht bei der Partie.... Eigentlich, wenn Dir das Geſchäft gelingen und Du Deputirter werden ſollteſt...

Du Chesnel erbebte, ſeine Stirn erheiterte ſich Sein Mund nahm wieder einen ſceptiſchen, kalten Ausdruck an.

Deputirter, wiederholte er;Narr, der ich bin! Ich habe Momente, wo ich nicht viel beſſer bin, als ein weinender Schulbube!... Deputirter!... ja, ja. Die Kammer! das iſt der große Weg; dazu muß ich's brin⸗ gen.... Was liegt mir am Uebrigen!