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Seine Lippen bewegten ſich in nervöſem Zittern und ſeine Augenlider zuckten.
„Sie iſt ſchön, wie ein Engel,“ murmelte er nach einigem Schweigen„und rein wie....“
Durandin brach in ein Gelächter aus.
Der Diplomat ſchloß ihm den Mund mit zorniger Geberde..
„Ja rein,“ fuhr er mit einer Stimme fort, die eine leiſe Klage auszuhauchen ſchien;„rein und edel!“
„Meinetwegen!“ ſagte der Sachwalter,„das iſt das Wenigſte... Aber ſprechen wir von ihrem Geſicht. Polype iſt wunderlich....“
„Hab ich Dir nicht geſagt, ſie ſei ſchön, wie ein Engel ²“
„Doch, aber ich habe noch nie einen Engel geſehn.“
Mit einer gewiſſen Heftigkeit ergriff ihn Du Ches⸗ nel beim Arm und zog ihn gegen das andere Ende des Kabinets, wo ſich eine Thüre öffnete, hinter welcher ein Vorhang niederfiel.
Du Chesnel hob ſachte die Falten deſſelben und wies mit dem Finger auf die am Fenſter ſitzende Charlotte.
Durandin erſtickte einen Schrei der Bewunderung.
Charlotte wandte ihnen beinahe den Rücken, allein zwiſchen den Locken ihrer braunen Haare hindurch er⸗ blickte man die ausgezeichnet ſchönen Linien ihres halb⸗ verhüllten Proſils. Die Erwartung legte, ich weiß nicht welch ungewöhnliches Schmachten auf die lebensvolle Anmuth ihrer Geſtalt. Man errieth ihren Blick an der kühnen Bogenlinie ihrer Wimpern.
Ihre Haltung hatte einen ungekünſtelten Zauber. Unbeweglich und leicht vorwärts geneigt, ſchien ſie zwiſchen den dunkeln Mouſſelinvorhängen, die ihre Haare berührten, wie der unbeſtimmte Schattenriß, den man ſieht, wenn man Abends die Augen ſchließt und der lächelnd unſern erſten Schlummer wiegt.
Du Chesnel ließ den Vorhang niederfallen.
„Ah!“.... machte Durandin mit einem langen Athemzug.


