Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1846)
Entstehung
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derner Meiſter, deren Namen, damals noch unbekannt, jetzt mit Ruhm genannt werden. Zwiſchen der Thüre und der Wand prangten zwei Kapitän⸗Epauletten uͤber einem Paar Reiterpiſtolen, einem Säbel und einem Ehrenkreuze.

Romeo trug eine mauriſche Mütze mit langen, ſchweren und dichten Troddeln; ein ähnlicher Gurt um die Hüften hielt die Kaſimirblouſe zuſammen.

Seine Arbeit ging unter heiterem Geſange munter und friſch von Statten. Die Stimme, kräftig, bieg⸗ ſam und geſchmeidig, wie ſeine ganze Perſon, kam in zitternden Akkorden aus tiefſtem Herzen und erinnerte in Etwas an das ſchöne Echo eines Hornes, das fern durch hohe Laubwälder klingt.

Wenn wir ſagen, er arbeitete, ſo meinen wir da⸗ mit, daß er die letzte Hand ans Werk legte und die reizenden Umriſſe eines wahren Engelantlitzes vermit⸗ telſt der Nägel mehr abfeilte und ausrundete, als wirk⸗ lich verbeſſerte. Dieſe ganze Arbeit war ihm ein Spiel, gewiſſermaßen eine lange Liebkoſung, woran der weiß⸗ ſeidene Vorhang einen großen Antheil hatte.

Bald entfernte ſich Romeo von der Büſte, dückte ſich nieder und betrachtete ſie von allen Seiten, bald eilte er auf ſie zu, änderte Etwas an den Falten der Draperie, ließ ſie mehr fallen, oder hing ſie höher, offenbar um das rechte Licht fuͤr die Büſte zu finden.

Dabei lächelte er das Werk ſeiner Hände an, warf ihm Kußhändchen zu, kurz, benahm ſich, wie ein ver⸗ liebter Narr, ein zärtlicher Seladon, ein Kind!

Und das war er auch! Aber ein Seladon, welcher die Waffen trefflich zu führen wußte, ein Kind mit dem Arm und Herzen eines Mannes!

Aus dieſen zärtlichen Beſchäftigungen wurde er plötz⸗ lich durch ein leiſes Geräuſch im Nebenzimmer aufge⸗ ſchreckt. Romeo erröthete, als habe er was Böſes ge⸗ than, und zog mit Blitzesſchnelle den ſeidenen Vorhang