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Der Zweck ihres Beſuches war ihr plötzlich entfallen; ſie wußte nicht mehr, weßhalb ſie gekommen.
Sie wagte weder auf der Stelle zu bleiben, noch vor⸗ oder rückwärts zu gehen.
Aber plötzlich kehrten Muth und Vertrauen ihr zurück, denn ſie gedachte— ihres Bruders....
Romeo war ſchon ſeit einer Viertelſtunde auf und arbeitete in dem Kabinetchen neben ſeinem Schlafgemach an einer kleinen Marmorbüſte, über der eine eiſerne Stange einen ſeidenen Vorhang trug, der ſich vermittelſt Ringen hin⸗ und herſchieben ließ.
Dieſe Büſte war eine Art Heiligthum für ihn, das er jedem profanen Blick ſorgfältig verborgen hielt.
Hören wir das Schickſal dieſer Büſte, oder richtiger der erſten Auflage derſelben, denn das, woran Romeo dieſen Morgen arbeitete, war bereits die zweite Auflage.
Einer jener Künſtlerdilettanten, die in ihren ſtroh⸗ gelben Glaceehandſchuhen, ihren gewaltigen Bärten, ihrem Tillbury und ihrem hyperraffinirten Kunſtge⸗ ſchmack der Schrecken und der Fluch aller Ateliers ſind, jener naſeweiſen, ſpießbürgerlichen Kunſtmäzene, die ſich rühmen, die Künſte in Gang zu bringen und zu erhalten, hatte Nomeo's Werkſtätte mit ſeinem Be⸗ ſuche beehrt. Die Büſte ſtand damals in einem Winkel der Hauptwerkſtätte des Erdgeſchoßes hinter ihrem ſeidenen Vorhange.
möglich, zu ignoriren. So grüßte er den Mäzen, ohne von ſeiner Arbeit


