Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1846)
Entstehung
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Frau von Pontlevau um ſich verſammelt ſah, war kaum rine die eine ſolche Zartheit des Gewiſſens für möglich hielt.

Dieſe reizenden Damen hatten ihre Liebhaber ge⸗ habt, ſo viele, als der Anſtand nur einigermaßen er⸗ laubte, um in dem Eden der Salonswelt geduldet zu werden: und doch ſchienen ſie die Seelenruhe und Hei⸗ terkeit ſelbſt, und doch fiel es Niemand ein, den Stab über ſie zu brechen....

Warum mußte es bei Marie von Variannes an⸗ ders ſein?

Warum flüſterten ſich die Herren zu, wenn ſie den Marquis und Frau von Varannes anſahen:

Es iſt ausgemachte Sache?

Die Damen drücken ſich in ſolchen Fällen vorſich⸗ tiger aus. Was ſie ſagen, hat für den Mann kaum einen Sinn; aber unter einander verſtehen ſie ſich treflich

Seit Herr Eſprit Kabinetschef beim Miniſter iſt 4 ſagte Leon du Chesnel, der Diplomat, zum Doktor Jo⸗ ſepin,muß ich mich bei Lea Verin abquälen..

Apropos, fiel Joſepin ein,wie iſt ſie mit ihrem Doktor zufrieden?

Gott weiß....

Wie heißt er?"

Garance....

Garance? Pfui.... Aber Du magſt einen ſchwe⸗ ren Stand haben..

Gewiß.... Zum Gli, iſt Frau von Verin we⸗ der jung, noch hübſch..

Sehr richtig.

Die Herzogin verzeiht mir dieß Herumſcharwenzeln, weil es ihr keinen Grund zur Eiferſucht gibt....

Und ſolche Frohndienſte thuſt Du? rief der Dok⸗ tor, den Diplomaten unter der Brille anſehend.

Schweigen wir davon! antwortete Du Chesnel, achſelzuckend.