Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1846)
Entstehung
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ſpöttiſch, beißend, bitter, eiſigkalt; morgen die Waͤrme und Hingabe ſelbſt.

O, und mit welcher Anſchaulichkeit und Lebendig⸗ keit wußte er zu erzählen! Wie glühte ſein Auge, wenn er von den Tagen ſeiner Kindheit an den Ufern der großen Seen ſprach, oder die wilden Spiele des Jüng⸗ lings, die Gefahren der Jagd und des Krieges, endlich ſeinen plötzlicher Uebergang in das civiliſirte Leben, ſeine Ankunft in New⸗York, ſeinen erſter Verkehr mit den Weißen ſchilderte!

Mädchen und Frauen, wie ſüß träumten ſie mit ihm von der majeſtätiſchen Pracht der Urwälder; und wie zitterten ſie mit ihm unter dem hochgeſchwungenen Tomahawk eines rieſigen Indianers, oder vor dem ge⸗ ſpannten Feuerrohr, das aus dem Gebüſch der Lianen hervorzielte, oder vor dem Meſſer, das ein Wilder mit blitzenden Augen, wie ein Tiger zum Syrunge bereit, anſ ihn, den raloſen Knaben, zückte!....

Biele hatten an dem flüchtigen, unſteten Feuer dieſer Liebe die Flügelſpitzen verbrannt; Viele einen Tag, einen Monat, ein Jahr geſeufzt, ſo lange der Tanz oder die erſten Sorgen der Toilette ihnen Zeit ließen zum Seuf⸗ zen; Viele ſeine Liebe geſucht, weil ſie in die Mode brachte, Zerſtreuung bot, oder Gelegenheit gab, ſich in der Kunſt des Kokettirens zu üben; Viele endlich viel⸗ leicht wirklich geliebt, doch ſchnell wieder vergeſſen: aber nur Eine liebte ihn mit wahrer Leidenſchaft, ſtill und tief; nur Einer blutete das Herz bei dieſer Liebe....

Dieſe Eine war Marie von Varannes, ein edles, ſanftes Weſen, aber zu ſtolz, um nicht den Tod dem Falle vorzuziehen; eine glühende Chriſtin, die Gott um Kraft wider ihre Liebe anflehte.

Noch war ſie rein, und doch klagte das Gewiſſen ſie an. Sie liebte zu heiß, um ſich ſchuldlos fühlen u können. 1

Ein Weib, das ſo innig liebt, wie ſie, verſchmäht